Das Dexcom G5 im Test + Apple Watch!



Als ich in der Pubertät für eine Woche ein CGM System leihweise vom Krankenhaus erhielt, um damit meine Einstellung zu überwachen und zu optimieren, war ich alles andere als begeistert. Ich wollte nicht überwacht werden. Nicht von meiner Diabetologin, nicht von meinen Eltern und erst recht nicht von einem System, dass mich dann auch noch mit nervigem Gepiepe regelmäßig auf meine Erkrankung aufmerksam macht. Am Ende der Testphase würden dann "die Erwachsenen" sehen was ich alles falsch gemacht habe... - So, oder zumindest so ähnlich dachte ich damals über das Thema CGM und machte aus besagten Gründen 3 Kreuze, als ich das Ding wieder los war.

Heute habe ich eine andere Beziehung zum Diabetes. Ich alleine muss die Verantwortung für meinen Diabetes und mein Handeln übernehmen. Ein System wie eins zur kontinuierlichen Glukosemessung kann einen in der Therapie unter die Arme greifen. Das habe ich heute verstanden! Aus diesem Grund habe ich bereits vor einigen Jahren begonnen das Thema CGM aktiv zu verfolgen und erste Gespräche mit Diabetologen und Krankenkasse geführt.

Als vor wenigen Wochen die Firma Dexcom auf mich zu kam und fragte, ob ich ihr neustes CGM, das Dexcom G5 im Rahmen meines Blogs testen möchte, war ich, trotz dass mein Antrag für ein (anderes) CGM System zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Weg zur Krankenkasse war, sofort dabei. Denn im Hinterkopf schwirrten immernoch die Erinnerungen an die Testwoche während der Pubertät und vor allem das dauernde nervtötende Gepiepe. Ich wollte die Chance nutzen und schauen, ob ein CGM und ich heute wirklich ein gutes Team darstellen.

Das Dexcom G5
Das Dexcom G5 ist aktuell das einzige System seiner Art, welches es erlaubt auf Basis seiner Werte eine Therapieentscheidung zu treffen. Mithilfe einer klobigen Setzhilfe wird der Sensor am Körper gesetzt. Ich habe während meiner Testzeit sowohl den Bauch als Tragestelle genutzt, als auch den Oberarm. Insbesondere das Setzen am Arm bedarf etwas Übung und stellte sich anfangs bei mir als kleine Herausforderung dar, aber mit jedem Sensor wurde ich besser und besser! (Wer dazu mehr sehen will, schaut einfach mal bei meinem Instagram-Account vorbei, wo ich ein Video vom Setzvorgang erstellt habe!)


Auf den Sensor wird dann zu guter Letzt noch der Transmitter gesteckt. Dieser ist relativ groß und vor allem hoch. Zuerst hatte ich etwas Sorge, dass ich ihn mir deswegen womöglich schneller raus reissen könnte. Das hat sich jedoch im Endeffekt nicht bestätigt.
Der Transmitter sendet die Daten an den Dexcom Empfänger und / oder aber an das Smartphone. Dort lassen sich die Werte dann in der entsprechenden App anschauen, auswerten und vor allem lassen sich hier der Zielbereich und auch die Alarme konfigurieren. Wie das ganze in der Praxis aussehen kann, seht ihr auf den folgenden Screenshots einmal. (Von Links nach rechts: 1.Bild: Ansicht, wenn man die App öffnet; durch kippen des Bildschirms lassen sich die Werte von bis zu 24 Std. anzeigen, 2.Bild: Menü in der App, 3. Bild: Widget, welches ich bei meinem Iphone zum Sperrbildschirm hinzugefügt habe um auch da dauerhaft meine Werte zu sehen)



Wer die Werte auf seinem Smartphone empfängt, für den sind es nur wenige Schritte, dass er diese zusätzlich auch noch auf die Smartwatch am Handgelenk bekommt. Für die Testdauer des Systems wurde mir aus diesem Grund auch eine Apple Watch zur Verfügung gestellt. Ist das Ganze einmal eingerichtet, reicht ein Blick auf die Uhr und man ist zusätzlich auch dort über seinen aktuellen Wert sowie dessen voraussichtlichen Verlauf informiert! Cool, oder?

Meine Meinung
Die ersten Nächte waren ehrlich gesagt hart und ich fühlte mich sehr in meine Pubertät zurück versetzt. Zum einen lag das an meinen katastrophalen Werten, die dem System allen Grund zum lauthals meckern gaben, zum anderen war da noch einiges an Potential meine Einstellungen bezüglich Alarmen etc zu überarbeiten. Als ich das dann endlich erledigt hatte und zudem auch begann die nächtlichen Alarme zu bestätigen (Wichtig, sonst beschwert sich das System im Minuten Takt bis man es endlich tut 😉), sind wir ziemlich, zieeeemlich dicke Freunde geworden. Nicht nur dass die Werte richtig genau waren, zudem bekam ich durch die Nutzung des Systems einen richtigen Motivations-Kick.

Insbesondere während meiner Arbeit als Kellnerin kam mir die Apple Watch zu Gute. Anfangs war ich hier ja skeptisch. "Teurer technik-Spielkram", hatte ich damals gedacht. Zumindest so lange bis ich den teuren technischen Spielkram dann selber mal am Handgelenk trug und dieser mir plötzlich mit meiner Diabetestherapie half! Denn während du 5 Teller und 1 Tablett balancierst ist es schwer mal eben seinen Wert zu kontrollieren. Die Smartwatch hilft in so einer Situation insofern, dass sie vibriert um dich auf eine Veränderung deines Wertes aufmerksam zu machen. Dann schaust du kurz und diskret auf dein Handgelenk und weißt was los ist. Cool, cool, cool, oder?! Aktuell muss das Handy zwar immer in der Nähe der Uhr sein, weil diese ihre Daten vom Smartphone bekommt, ... aber immerhin muss man das Smartphone nicht mehr (schwer beladen, ihr erinnert euch 5 Teller und so...😂) aus der Tasche kramen. Ein Blick auf das Hangelenk genügt.

Schnell merkte ich auch, dass ich die Alarme immer und immer weniger brauchte. Wer jetzt denkt, dass das daran liegt, dass sich unter Nutzung des Dexcom G5 CGMs plötzlich und schlagartig meine Werte verbessert haben, hat weit gefehlt (...leider!). Aber die Tatsache, dass die Werte am Handgelenk und auf meinem geliebten Smartphone sind, haben dafür gesorgt, dass ich meine Werte ganz automatisch und vor allem sehr, sehr (seeeeeehr 😉) häufig präsent hatte und auch aktiv kontrollierte. So konnte ich frühzeitig und ganz ohne Alarme bereits auf Veränderungen reagieren. Oft kam dann doch ein Alarm, weil Traubenzucker oder Insulin zu langsam waren um die Hypo oder Hyper schnell genug zu bekämpfen. Aber alles in allem war ich wegen der technischen Gadgets nicht auf die Alarme angewiesen. Vielmehr sorgte die Leichtigkeit seine Werte beiläufig zu checken dafür, dass ich von selber rechtzeitig reagieren konnte.

Ihr merkt sicher... Ich bin begeistert! Umso größer ist jetzt natürlich der Trennungsschmerz. Denn wie oben bereits beschrieben handelt es sich bei allen Geräten um Leihgaben der Firma Dexcom. Diese haben zwischenzeitlich auch ihren Weg zurück gefunden...
Insbesondere was die Werte auf der Apple Watch betrifft, bin ich jedoch sehr traurig. Bis heute äußert sich das Fehlen dieses Gadgets durch Blicke auf meine Armbanduhr, die dann ernüchternderweise tatsächlich old-school nur die Uhrzeit anzeigt. Dabei erwarte ich regelmäßig auch heute noch, dass ich dort meinen Wert inklusive Trendpfeil sehe...

Ihr habt Fragen zum System? Wollt noch mehr wissen? Mehr zu erzählen gibt es alle Male!





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