Nicht ohne Pumpe und Versicherung - Drama vor dem Urlaub




In zwei Wochen geht es für mich wieder los. Urlaub. Endlich. Mit Diabetes gar kein Problem. Vorausgesetzt man beachtet eins, zwei, drei, vier... Kleinigkeiten und kümmert sich um alles rechtzeitig. Dieses Jahr war bisher jedoch irgendwie der Wurm drinnen. Auch wenn der diesjährige Urlaub, der Tatsache geschuldet dass wir einen Großteil auf dem Schiff verbringen werden, auf seine Weise noch einmal etwas ganz neues für mich darstellt, so ist es doch nicht meine erste Reise über den großen Teich hinaus. Man sollte also meinen, dass ich langsam geübt bin, was das Vorbereiten einer solchen Reise betrifft... Was dieses Jahr anders ist und mich bisher schon vor die ein oder andere Herausforderung stellte, erfahrt ihr jetzt.


Ohne eine Pumpe - ohne mich


In zwei Wochen geht es los. Mit dem Flieger nach Florida und von da aus aufs Schiff Mexiko, Honduras, Guatemala und Cayman Inslands bereisen. Eine Reise die wir bereits Mitte letzten Jahres buchten. Mehr als rechtzeitig kümmerte ich mich deswegen auch um die Beantragung einer Urlaubspumpe. Ich orderte ausreichend Equipment für Pumpe, Libre und alles was der Durchschnittsdiabetiker sonst noch so braucht und fühlte mich insoweit schon einmal bestens vorbereitet. Zumindest so lange bis ich vor wenigen Tagen dann die Nachricht erhielt, dass meine mir schriftlich zugesicherte Urlaubspumpe mir nun ggf. doch nicht mehr garantiert werden könne. Es täte sehr leid und abhängig vom Reiseland würde man natürlich im Fall der Fälle versuchen zeitnah für Ersatz zu sorgen. Hmpf! 

Kurz zusammengefasst sind es zu diesem Zeitpunkt noch knapp 3-4 Wochen bis zum Abflug und meine Urlaubspumpe, auf die ich mich bis dato nicht zuletzt wegen der verbindlichen schriftlichen Zusage verlassen hatte, soll ich nun vielleicht wegen mangelnder Verfügbarkeit doch nicht erhalten. Und das bei einer Kreuzfahrt durch Mittelamerika mit mehreren Seetagen. Na Bravo. Nachrichten die ich wenige Wochen vor Abreise nicht brauche. Denn mit Sicherheit fällt "irgendwo im nirgendwo auf einem Schiff" nicht unter eines der Reiseländer in das in einem Notfall zeitnah eine Ersatzpumpe geliefert wird, oder?


Einige weniger schöne Telefonate und Emails später habe ich nun eine Ersatz-/Urlaubspumpe vor mir liegen. Das Vorgängermodell von meiner jetzigen Pumpe. Die Tatsache dass es sich um das Vorgängermodell handelt wundert mich insofern, dass ich auch die letzten Jahre als Urlaubspumpe bereits dieses Vorgängermodell bekommen hatte. Ich hatte also gar nicht zwangsweise mit dem neuen Modell (das ja Probleme mit der Verfügbarkeit hat) als Ersatzpumpe gerechnet, immerhin funktionieren ja meine Katheter, Reservoirs etc auch mit diesem älteren Modell und die Bedienung kenne ich aufgrund der jahrelangen Nutzung dieses Vorgängermodells auch. Wieso also nicht von Anfang an einfach auf dieses Modell zurück greifen und eine Menge Ärger sparen?

Natürlich habe ich unabhängig von einer Ersatz-/Urlaubspumpe für einen Notfall auch immer einen Pen und meine Einmalspritzen dabei. Aber darum ging es nicht. Denn nicht umsonst kümmer ich mich schon Wochen vorher um eine Ersatzpumpe für die Reise und lasse mir deren Lieferung sogar noch schriftlich bestätigen. Wenn alle Stricke reißen, steige ich natürlich auf die herkömmlichen Wege um, aber das hat für mich dann auch leider nichts mehr mit Urlaub zutun. Denn Urlaub ist für mich auch, dass der Diabetes weitestgehend von selber läuft und keine Probleme macht. Ein Experiment wie der Umstieg zurück auf den Pen wäre alles andere als entspannt..

Es gibt keine Probleme, sondern nur Herausforderungen. Diese Herausforderung hat zwar einige Zeit und Nerven gekostet, ließ sich am Ende aber zum Glück lösen. Auf ein Schiff zu steigen, das Stops an den unterschiedlichsten Ländern Mittelamerikas macht, ohne eine Ersatzpumpe, hätte mir jedenfalls mehr als Bauchschmerzen bereitet und das muss ja nun wirklich nicht sein. Immerhin habe ich ja Urlaub! Und dass eine Pumpe auch in dieser Zeit nicht unbedingt Rücksicht nimmt und das zeitliche segnen kann, bekam ich ja leider erst vor 2 Jahren im Türkei Urlaub schon einmal zu spüren... Ich bin jedenfalls mehr als erleichtert, dass wir das Ganze irgendwie lösen konnten...

Auslandskrankenversicherung

Während ich die letzten Jahre eine Auslandskrankenversicherung über meine Krankenkasse hatte, geht das wohl nun nicht mehr. Also galt es mir eine neue weltweite Versicherung zu suchen. Was an sich nur einen Google-Versuch bedarf, stellt für chronisch kranke Menschen jedoch unter Umständen eine größere Herausforderung dar. Ich persönlich wollte nämlich unter allen Umständen meinen Diabetes mit versichert wissen. Man weiß ja nie und eine schwere Hypo irgendwo in Mexiko zwischen Maya-Pyramiden, ...nunja... braucht man eben nicht. Und wenn eben doch, dann wenigstens versichert.

Einiges googlen und Anrufe später, war ich zwar insofern schlauer, dass viele Versicherungen bereits im Vorfeld bekannte chronische Krankheiten nicht mit versichern, aber immernoch versicherungslos.
Einige Auslandskrankversicherungen versichern chronisch Krankheiten, das ist aber an verschiedene Kriterien gebunden. So nun auch bei mir. Denn ich muss mir jetzt das erste mal in meiner Diabeteskarriere und das erste mal in 3 Amerikareisen eine Woche vor Abreise ein Unbedenklichkeitsattest von meinem Diabetologen ausstellen lassen... (Aber auf die Straße gehen alleine darf ich noch so gerade eben 😉)...Dieses Attest wird immerhin erst im Schadensfall verlangt. Also hoffentlich ein unnötiger Gang zum Arzt und ein Attest dass danach im Müll landet...


Und als wären das alles nicht genug Dinge die meine Gesundheit betreffen und vor dem Urlaub geregelt werden wollen, habe ich einen Großteil des letzten Wochenendes auch noch im Krankenhaus verbracht. Der Diabetes war zur Abwechlung mal unschuldig, aber so ganz drum herum kommt man bei drölfzig Blutabnahmen ja irgendwie meistens dann auch wieder nicht. Aber dazu vielleicht beim nächsten mal dann mehr... Eins steht jedenfalls fest: Urlaubsreif bin ich allemale!





Kommentare

  1. Liebe Sarah,

    gut, dass du mittlerweile eine Pumpe hast. Erhol dich gut von den Strapazen, im positiven Sinne ereignisreiche Tage und auch für den restlichen Gesundheitszustand alles Gute!

    Bis bald! Beate

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    1. Liebe Beate,

      vielen Dank für deine lieben Worte. Das kann ich nur zurück geben. Hatte von deinen Startschwierigkeiten beim Pilgern gelesen... auch dir alles gute und gute Besserung!

      Bis ganz bald
      Sarah

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