16.24 Sekunden - Das Accu-Chek Guide im Test


Für mich zählt jede Sekunde beim Blutzuckermessen. Damit meine ich nicht nur, dass dramatisch ausgedrückt manchmal mein Leben von dem kleinen Pieks abhängt, sondern vielmehr, dass jede Sekunde, die ich unnötig mehr mit dem Messvorgang verbringe, als eigentlich notwendig, Verschwendung ist. Aus diesem Grund sind die Libre Link App und ich auch auf Dauer auch nicht warm geworden. Aber das ist ein anderes Thema, dass ihr hier noch einmal nachlesen könnt.

Der erste Eindruck
Accu-Chek ließ mir ihr neues Messgerät vor einigen Tagen überraschend zu kommen. Ehrlich gesagt war mein erster Gedanke: "Hm, ein Blutzuckermessgerät also...". Wie viele von euch ja vielleicht wissen, messe ich seit einigen Monaten nun dauerhaft meinen Gewebezucker mit dem Freestyle Libre von Abbott. Blutzuckertestungen stellen insofern nur eine Ausnahme dar und werden zur Kontrolle durchgeführt. Trotzdem, und weil eben noch lange nicht alle ihren Gewebezucker messen (können), sondern auf die herkömliche Weise ihren Blutzucker (auch ich möchte mich davon nicht freisprechen) bestimmen, wollte ich dem Gerät eine Chance geben. Denn ganz ohne Blutzuckermessungen geht es eben auch bei mir noch nicht. Wieso also nicht offen für Neues sein? 😊




16.24 Sekunden
Wir haben die Zeit gestoppt. Eine Messung mit dem neuen Accu-Chek Guide braucht bei mir vom Teststreifendose öffnen, bis zum Ergebnis auf dem Display 16.24 Sekunden. Ehrlich gesagt, habe ich (noch?) keine Vergleichswerte zu anderen Messgeräten, aber ich würde an dieser Stelle behaupten, dass das ziemlich schnell ist. An welchen Stellen man mit dem neuen Guide Zeit sparen kann, das möchte ich euch nun einmal vorstellen.

Design- und Aussehenstechnisch ist das Guide alles andere als eine Revolution. Die Form, Größe, Display und Menü erinnern mich stark an ein Vorgänger-Modell, das ich selber nicht genutzt habe, aber vom Sehen her kenne. Accu-Chek bewirbt das neue Messgerät mit dem Slogan: Mein Leben ist schon kompliziert genug, zum Glück geht Blutzuckermessen jetzt leichter.  Beim ersten Teil des Slogans kann ich nur zustimmen, Diabetes ist kompliziert und manchmal alles andere als leicht zu händeln. Den zweiten Teil des Slogans habe ich die letzten Tage mal kritisch unter die Lupe genommen und bin trotz meiner anfänglich kritischen Einstellung zu einem überraschenden Ergebnis gekommen.


1. Die neue Teststreifendose
Während ich anfangs noch sagte, dass das Design des Messgerätes wenig überraschend ist, sieht es bezüglich des Designs der Teststreifendose anders aus. Statt der üblichen runden Form ist diese nämlich abgeflacht: Das spart Platz! Die Dose ist so flach, dass Frau sie ohne Probleme und vor allem ohne ausbeulen in ihrer Geldbörse oder auch einer flachen Clutch unterbringen kann. Gleiches gilt natürlich auch für Männer, aber so schnell sind mir hier keine passenden Beispiele eingefallen 😉 Neu an der Dose und bisher meines Wissens nach auch einzigartig, ist außerdem die Tatsache, dass die Teststreifen "fest" in der Dose sitzen, d.h. diese Fallen nicht raus, sondern können einfach aus der Dose entnommen werden. Für mich persönlich ein netter Zusatznutzen, aber nicht zwingend notwendig. Bisher hatte ich nie bewusst Probleme damit, dass die Teststreifen lose in meiner Teststreifendose rumflogen. Mein Freund meinte, als ich ihn fragte, was er davon hält: "Du hast ja auch keine Wurstfinger" 😂. Das möchte ich jetzt an dieser Stelle auch niemandem, der vielleicht mit der Entnahme der losen Streifen Probleme hat, unterstellen, aber im Vergleich zu den Fingern meines Freundes, sind meine schon sehr schmal. Insofern kann ich mir sehr gut vorstellen, dass diese neue Entnahmefunktion für Menschen mit größeren Händen/Fingern eine Erleichterung darstellt. Vermisst habe ich es bisher in meinem Fall allerdings noch nicht.
Bisher ist es bei mir auch noch nicht vorgekommen, dass ich eine Dose Teststreifen verschüttet habe, aber mit den neuen Teststreifen für das Accu-Chek Guide wäre man davor auch in Zukunft sicher.





2. Teststreifen und Teststreifenbeleuchtung
Die Teststreifen des Guide Messgerätes haben eine breitere Auftragefläche für das Blut. Ich persönlich habe das tatsächlich als nützlich und vor allem Zeit sparend empfunden. Das Auftragen geht echt easy und vorallem "ratz-fatz". Im Zusammenhang mit dem Auftragen möchte ich auch noch die Teststreifenbeleuchtung erwähnen. Accu-Chek bewirbt diese Funktion als wäre sie etwas grundlegend Neues. Ist sie aber nicht und ich setze sie bei meinen Messgeräten eigentlich schon voraus. Ich weiß noch, dass bereits mein 2 oder 3 Messgerät in der Kindheit diese Funktion hatte... Die Funktion an sich finde ich auch weiterhin wirklich praktisch, aber eben weniger revolutionär, als angekündigt. Was ich jedoch wirklich lobenswert bezüglich der Teststreifenbeleuchtung finde, ist, dass diese automatisch immer mit dem Einschieben eines Teststreifens angeht. Das finde ich echt klasse! Denn manchmal ist das eigentliche Problem gar nicht, dass man den Teststreifen bei Dunkelheit nicht findet, sondern vielmehr, dass es bereits daran scheitert, den Knopf für die Beleuchtung zu finden.  Hier schafft das Guide großartige Abhilfe. Die Beleuchtung geht von ganz alleine einfach immer mit an. Eine Tatsache, die nicht nur Zeit, sondern auch nächtliche Nerven spart!


3. Der Auswurfknopf
Mein erste Gedanke diesbezüglich war: Witzige Idee - aber brauche ich das wirklich? Mit dem Drücken dieses seitlich am Messgerät angebrachten Knopfes und leichter Neigung des Messgerätes, wird der Teststreifen "ausgeworfen". Diese Funktion soll dazu dienen die Teststreifen nach einer Messung hygienischer zu entsorgen. Ich persönlich sehe in dieser Funktion für mich keinen Mehrwert. Angesichts der Tatsache, dass ich meine blutigen Finger seit Jahren nach der Messung immer "ablutsche", wäre die Tatsache, dass ich eben diesen Teststreifen mit meinem Blut, nach der Messung nicht mehr anrühren will, wohl auch etwas seltsam. Was mir persönlich vielleicht keinen Vorteil bringt, kann dafür in anderen Fällen sehr hilfreich sein. Denkt man bspw. an Krankenhäuser, Familienmitglieder oder Freunde mit Diabetes, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass eine solche Möglichkeit, die gebrauchten Streifen hygienischer zu entfernen, sehr hilfreich sein kann. Nur, weil ich für mich kein Hygiene-Problem sehe, heißt das ja noch lange nicht, dass das in anderen Fällen nicht nochmal völlig anders aussieht. Krankenschwester, Ärzte etc. können mit Sicherheit sehr gut von dieser Funktion profitieren. Und auch ich muss an dieser Stelle anmerken, dass ich recht schnell doch meine Freude an dieser Funktion gefunden habe. Immerhin habe ich jetzt immer eine kleine Teststreifen-Pistole bei mir. Wer Ärger will, wird dank Auswurfknopf (der die Streifen, wenn man das Messgerät im richtigen Winkel hält auch wirklich weit katapultieren kann) erstmal mit einem Teststreifen abgeschossen. Unbenutzt natürlich. Der Knopf dient ja der Hygiene 😉😂



4. Die Stechhilfe
Im Lieferumfang des Accu-Chek Guide ist auch eine Stechhilfe enthalten: Die FastClix. Bei ihr handelt es sich um eine Stechhilfe mit Trommel. D.h. dass mit dem Einsetzen der Trommel gleich mehrfast gemessen werden kann (Nicht dass wir das nicht eh alle zu einem Großteil machen würden 😉) Diese Stechhilfe unterscheidet sich von anderen, weil sie vor dem Stechen nicht gespannt werden muss. Vielmehr genügt es den "Auslöser" zu drücken, damit die Nadel piekst. Manch jemand mag jetzt denken, dass dieser eine Schritt weniger nun wirklich kleinlich wäre, ich aber finde es wirklich genial. Die Setzhilfe wird einfach angesetzt und fertig. Mehr muss nicht gemacht werden.



Fazit
Dazu beigetragen, dass der gesamte Messvorgang am Ende lediglich 16.24 Sekunden gebraucht hat (und damit insgesamt knapp 2 Sekunden schneller war als eine Messung mit meinem bisherigen Gerät), hat auch die Messung an sich. Ich habe keine Vergleichswerte zu anderen Accu-Chek Geräten, aber das Guide zeigt wirklich schnell nach dem Auftragen des Blutes ein Ergebnis an. Auch die Menüführung trägt ihren Teil zu einer leichten, verständlichen und schnellen Bedienung bei. Besonders toll ist natürlich auch die Möglichkeit, das Gerät in unterschiedliche Farben einzukleiden. Neben der blauen Hülle, die ich auf den Bildern verwendet habe, gibt es Online auch noch schwarz, pink (!!) und lila. Es ist also kein Problem, dem ganzen durch wenige Handgriffe ein bisschen Farbe und Individualität einzuhauchen. Wenig individuell und gleichzeitig auch wenig überraschend ist die zum Messgerät mitgelieferte Tasche. Grau, Stoff, trist! Allerdings kommt das, wie schon erwähnt wenig überraschend, sondern ist aktuell bei nahezu jedem Hersteller der Standard. Leider... Eine schöne Möglichkeit für eine Messgerät- und Diabeteszubehörtasche habe ich euch in einem anderen Post einmal vorgestellt. Vielleicht ist das ja für den ein oder anderen eine Alternative 😊
Einen weiteren Pluspunkt, den ich am Ende nicht unerwähnt lassen will, ist der, dass das Guide per Bluetooth mit einigen Apps kommunizieren kann. Das erleichtert die Dokumentation der Daten natürlich immens und ist mehr als zeitgemäß! 

Alles in allem finde ich, dass das Accu-Check Guide ein paar wirklich coole neue Funktionen mitbringt. Insbesondere die Form der Teststreifendose und die Stechhilfe haben mich voll und ganz überzeugt. Ob ich das Messgerät langfristig nutzen werde, wird die Zeit zeigen. Leider kann das Guide nämlich nicht mit meiner Medtronic Pumpe kommunizieren. Nicht, dass ich das erwartet hätte, immerhin handelt es sich um 2 unterschiedliche Hersteller, ...aber irgendwie habe ich dadurch immer das Gefühl etwas in der Wahl meiner Messgeräte eingeschränkt zu sein. Auch wenn mir ein anderes, wie bspw. jetzt das Guide gefällt, schrecke ich immer etwas vor der Entscheidung endgültig umzusteigen und so zwangsweise auf die Kopplung zu verzichten, zurück. Kennt ihr das?

Nichtsdestotrotz wird die Stechhilfe definitiv in Zukunft mein neuer ständiger Begleiter. Die kleine aber feine Tatsache, dass diese nicht mehr gespannt werden muss, ist für mich der absolute Burner 😉 Für andere mag das eine nichts bedeutende Kleinigkeit sein, aber ich sagte ja bereits zu Beginn dieses Posts, dass jede Sekunde zählt. Dass ich in Zukunft viele, vieleeeee Sekunden (die zusammen irgendwann Minuten und Stunden ergeben) aufgrund dieser Funktion sparen kann, ist für mich Grund genug morgen bei meinem Arzt zwecks Rezept für Lanzettentrommeln auf der Matte zu stehen! 😊

 







Mehr Testberichte findet ihr hier:
Antje - Süß, Happy und Fit
Andreas - Klaeuiblog
Anna - Onnepe
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Das Messgerät wurde mir von Accu-Chek kostenfrei zur Verfügung gestellt - dies war mit keiner Erwartung verbunden. Das Messgerät kann von jedem unentgeltlich unter diesem Link getestet werden. Der Post stellt meine eigene Meinung dar und wurde von mir freiwillig verfasst.

1 Kommentar

  1. Sarah, ich muss gerade wirklich lachen :D
    Ich hatte deinen Artikel extra noch nicht gelesen, weil ich auch noch eine Review zum Accu-Chek Guide schreiben wollte. Ich habe es aber nicht zugeschickt bekommen, sondern mir selber bestellt, deshalb hat es etwas länger gedauert und ich bin gerade erst fertig geworden.
    Dann dachte ich, gut, jetzt kann ich ja deinen Artikel lesen und ich habe wirklich gestaunt, dass wir fast zum identischen Ergebnis gekommen sind :D Dann muss es ja stimmen! ;-)

    Liebe Grüße
    Caro

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