Neuheiten vom Diabeteskongress in Paris - ATTD2017


Als ich dieses Jahr zum zweiten Mal die Einladung zum ATTD (International Conference on Advanced Technologies & Treatments for Diabetes) erhielt, war die Freude natürlich riesig. Nicht zuletzt, weil der diesjährige Schauplatz der Veranstaltung das schöne Paris sein sollte.
Eingeladen hatte wieder die Firma Roche. Erst zu einem Event, indem Firma und Patienten (Blogger aus ganz Europoa) in Dialog treten konnten und danach zum eigentlichen Kongress, dem ATTD.

Völlig unvorbereitet strandete ich am Flughafen in Paris und musste mehr oder weniger improvisieren, wie es nun zum Hotel gehen sollte. Schnell fand ich vor Ort einen Bus, der mich auf direktem Weg zum Hotel nahe des Eiffelturms brachte. Das war rückblickend eine hervorragende Entscheidung. Denn der Bus fuhr auf seinem Weg an einem Haufen bekannter Sehenswürdigkeiten vorbei.




Am nächsten Morgen startete das #Diabetesmeetup. Es wurde über viele Themen und Ideen diskutiert. Roche stellte uns im Schnelldurchlauf noch einmal ihr Insight CGM, dass einige der anwesenden Blogger bereits im September beim EASD kennenlernen konnten, vor. Auch ich hatte bereits an anderer Stelle etwas ausführlicher darüber berichtet, 
Danach wurden die sogenannten Smart-Warnings präsentiert. Dabei handelt es sich um individualisierbare CGM-Alarme. Individualisierbar in dem Sinne, dass man Alarme auch gezielt von vorne herein ausschalten kann. Viele denken sich jetzt vermutlich soetwas wie "Hääää?! Alarme sind doch genau Sinn und Zweck von CGMs?!".  Keine Sorge, damit liegt ihr auch richtig und Roche möchte da grundsätzlich auch nichts dran ändern. Was Roche aber mit einem ihrer Smart-Warnings bezwecken möchte, ist, dass man bspw. (wenn gewünscht) den Alarm für steigende bzw. hohe Werte nach dem Essen für einen gewissen Zeitraum ausstellen kann. Dass der Wert nach dem Essen steigt, ist nämlich völlig normal. Und sind wir mal ehrlich? Wer braucht dann ein piepsendes CGM, dass einem nach dem Essen womöglich völlig umsonst Schweißperlen auf die Stirn treibt?! Sobald das Insulin wirkt, sinkt in der Regel ja auch der Wert wieder von ganz alleine...

Aktuell trage ich persönlich zwar noch kein CGM, aber das Libre. Und ein steigender Trendpfeil nach dem Essen inklusive darauf hinweisendem Ton beim nächsten Scan, macht mich selbst als erfahrene Diabetikerin regelmäßig noch mehr als nervös. Nicht selten muss ich mich in solchen Momenten dann wirklich zusammenreißen um nicht doch für eine Korrektureinheit zur Pumpe zu greifen. 
Für mich wäre also diese Alarm-Funktion (die ja genau genommen keine ist) genau das Richtige. Ich erinner mich, dass ich das viele "Gepiepe" damals, als ich einmal vom Krankenhaus aus die Möglichkeit hatte ein CGM Probe zu tragen, auch als sehr störend empfunden hatte. Ich war zwar damals noch sehr jung und sehe viele Dinge heute anders, aber wenn ich daran denke, wie oft mich die Alarme der Pumpe etc. heute noch stören, sehe ich in dieser Funktion einen großen Nutzen. Ich bin jedenfalls gespannt, wie das Ganze schlussendlich realisiert wird und auch auf die anderen Möglichkeiten seine CGM Alarme zu personalisieren.

Der ATTD
Am nächsten Tag ging es dann zum eigentlichen Kongress. Dort waren neben Unternehmen, die ihre techschnischen Neuheiten präsentierten auch Fachvorträge zu den unterschiedlichsten Themen. Für uns als Patienten teilweise schon etwas zu wissenschaftlich und manchmal auch ganz schön harter Tobak, trotzdem alles in allem interessant. Schlussenldich lässt sich zumindest aus dem Closed-Loop Vortrag ein einfaches und nicht sonderlich überraschendes Fazit ziehen: Closed Loop Systeme verbessern nachweislich die Werte und natürlich damit auch gleichzeitig die Lebensqualität. Wer hätte es gedacht?! 😂 

Deutlich mehr Überraschungen hatte der Stand von Eversense auf Lager. Erinnert ihr euch noch an das CGM, das wortwörtlich unter die Haut geht? Ich hatte Anfang letzten Jahres darüber einen Beitrag verfasst, nachdem dieses uns bei einem Event vorgestellt wurde. Die Fragen und das Interesse an diesem "revolutionären" CGM überschlugen sich. 
Auf dem diesjährigen ATTD hatten wir nun die Möglichkeit die zweite Generation des Transmitters kennenzulernen. Und meines Erachtens liegen zwischen der ersten und zweiten Generation wirklich Welten. Nicht nur, dass die neue Generation um ein vielfaches schmaler ist und eine moderne Form hat, auch die von uns bemängelte fehlende Wasserdichte wurde nun nachgeliefert. Leider jedoch wird es noch dauern, bis dieser Transmitter dann wirklich auf den Markt kommt, denn gerade noch laufen  die Tests mit der ersten Generation...



Mehr als herzlich wurden wir auf der Ausstellung des ATTD am Stand der Firma Cellnovo empfangen. Cellnovo hat eine Patchpumpe entwickelt, die bereits in einigen anderen Ländern verfügbar ist.
Das System besteht aus einer Fernbedienung und der eigentlichen Pumpe, die das Reservoir fasst. Die Pumpe ist über einen ganz kurzen Schlauch mit einem Katheter verbunden. Das kleine Reservoir der Pumpe muss alle 3 Tage gewechselt werden. Um das Reservoir zu wechseln, genügt es einfach den Deckel der Pumpe zu öffnen. 
Gesteuert wird das System über eine Fernbedienung die etwa die Größe eines etwas dickeren Smartphones hat. Diese ist gleichzeitig auch ein Blutzuckermessgerät. Die Fernbedienung funktioniert über Touch und bietet viele Funktionen. Auch verschiedene Bolusarten werden angeboten. 
Das Besondere an dem gesamten System ist, dass die eingegebenen Daten direkt über eine Online-Plattform Ärzten, Eltern etc. in Echtzeit verfügbar gemacht werden können. Das funktioniert nach Angaben der Website über die "Mobile-Connection" der Fernbedienung. Insbesondere für Eltern kann diese Funktion natürlich super hilfreich sein! Ich bin gespannt, ob und wann wir dieses Pumpensystem auch auf dem deutschen Markt finden werden. Ansprechend finde ich es auf jedenfall, auch wenn bisher sowohl die Steuerung über App, als auch eine Kopplung mit CGM fehlt.
Wie es weiter geht...
Es bleibt aufregend. Auch wenn die große technische Revolution auf dem ATTD dieses Jahr ausblieben, finde ich die Entwicklung und die Tatsache, dass es im Bereich Pumpe und CGM immer mehr Alternativen gibt, mehr als vielversprechend. Die Reise geht weiter. Auch kleine Entwicklungen, bringen uns weiter. Also kann es langfristig gesehen ja nur noch besser werden, oder? Auch die Tatsache das weiter ganz fleißig an einer Closed-Loop Lösung gearbeitet wird und erste Tests laufen, lässt mich träumen. Das Ziel ist greifbar. Auch wenn solche Entwicklungen bekanntlich einiges an Zeit bis zur endgültigen Marktreife brauchen, wird daran gearbeitet. Und das ist doch die Hauptsache! Auf diese Entwicklung und jede noch Folgende stoßen wir jetzt an. Mit einem Schweppes Agrum Zero. Ziemlich lecker nur leider nicht in Deutschland verfügbar. Steffi und ich haben sie jedenfalls genossen!

 


Kommentare

  1. Hallo Sarah,
    vielen Dank für Deinen tollen Bericht. Gab es eigentlich auch Neuigkeiten zu SugarBeat in Paris?
    Liebe Grüße und mach weiter so.

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar und die lieben Worte. Leider habe ich sowohl auf dem EASD 2016, als auch jetzt beim ATTD nichts diesbezüglich gehört... Generell habe ich vom SugarBeat bisher auch nicht mehr als ein paar Internetberichte gelesen gehabt. Mal abwarten ob da noch was kommt in nächster Zeit!
      LG
      Sarah

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