2016 - ein Auf und Ab - nicht nur für den Blutzucker



Aktuell scheiden sich die Geister darüber, ob 2016 nun ein gutes, oder aber weniger gutes Jahr war. Ich für meinen Teil sehe das Ganze recht pragmatisch und sage, dass es sich ähnlich wie mit dem Diabetes und der Kurve meines FGMs verhält. Ein Auf und Ab. Mal bessere Tage, mal schlechtere. Sowohl was den Diabetes betrifft, als auch bezüglich 2016!
Aktuell befinde ich mich an dem Wendepunkt raus aus einer Hypo, hin zu einem weihnachtlichen Hoch. Meine Bachelorarbeit und der Unistress, den ich mir selber mache, treiben mich derzeit in den Wahnsinn. Vor lauter Gedanken die ich im Kopf habe, ist alle blockiert und die einzige Lösung scheinen die wohlverdienten Feiertage und eine Menge Weihnachtsschokolade. Aber 2016 hat auch viel tolles und insbesondere eine Menge Reisen, Menschen und auch Chancen mit sich gebracht.

Relativ kurzfristig fand ich nämlich ein wahnsinns Urlaubsangebot, das ich einfach nicht abschlagen konnte. Mein lieblings Typ F'ler und ich verschlug es kurzerhand in die USA. Dass das mit dem Diabetes trotz Zeitverschiebung und einer Menge Fast-Food problemlos möglich ist, hatte ich bereits bei meinen vorherigen Reisen ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten gelernt. Dass selbst bei unserem mehrtägigen Ausflug durch die Wüste Arizonas hin zum Grand Canyon alles gut ging, zeigte mir noch einmal wie glücklich ich mich schätzen sollte, "nur ein bisschen" Diabetes zu haben, und Reisen wie diese trotz dem ein oder anderen Mehraufwand bezüglich Gepäck und Insulinkühlung problemlos machen zu können. Hier gehts zum Post!


Direkt im Anschluss hatte ich die Möglichkeit auf dem Mediendialog in München von Roche ein neues CGM kennenzulernen, welches durch einen kleinen Schnitt unter die Haut gesetzt wird und von dort mehrere Wochen lang den Glukosespiegel misst. Insbesondere vor dem im Laufe dieses Jahres gefallenen GBA Urteil freue ich mich über jede technische Neuerung, die uns den Alltag erleichtert.

Neben tollen Reisen, hatten der Diabetes und ich aber auch 2016 unsere Differenzen. Mehrfache Blutzuckerentgleisungen wie diese hier (Klick), haben mich nicht nur körperlich sondern aus psychisch teilweise an meine Grenzen gebracht. Insbesondere ein Vorkommnis über das ich aufgrund Zeitmangels bisher hier auf dem Blog noch nicht berichtet habe, hat mir noch einmal gezeigt, dass ich auch nach 16 Jahren Diabetes entgegen meiner bisherigen Annahme noch nicht mit allen Wassern gewaschen bin.
Als ich vor wenigen Tagen nämlich Nachts mit starker Übelkeit und einem Blutzucker von über 300 wach wurde, ahnte ich schon schlimmes. Ich trank sicher an die 5 Liter Wasser (was bei einer Keton-bedingten Übelkeit wirklich schon schwer genug ist), ... aber selbst bei einem Blutzucker von 180 ging es mir noch nicht besser. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mich bereits Übergeben und tat es bis ich schlussendlich mit einem Blutzucker von 150 Schlafen ging noch einmal. Bisher hatte ich jede Blutzuckerentgleisung noch selber wieder in den Griff bekommen. Bisher hatte ich mich aber auch noch nie wegen Ketonen übergeben müssen. Wäre mir nicht so unfassbar übel gewesen, wäre ich sicher auch die Erste gewesen, die sich ins Auto gesetzt hätte und ins Krankenhaus gefahren wäre. Da ich aber bei jeder Bewegung Angst hatte, dass ich mich wieder Übergeben müsste und demnach das Literweise Wassertrinken von zuvor umsonst gewesen wäre, schob ich es auf. Erfolgreich. Denn irgendwie habe ich es geschafft auch diese Blutzuckereskapade alleine (bzw. mit meinem Typ F'ler) zu überstehen. Dass ich mich am nächsten Tag wie vom LKW überfahren fühlte, muss ich an dieser Stelle sicher nicht erzählen. Klar ist nur, dass ich das ganz sicher so schnell nicht mehr brauche. Und klar ist auch, dass auch nach 16 Jahren Diabetes immer wieder Sachen geschehen können, die mich überfordern und mir Angst machen. Aber das ist okay, denke ich!

Zurück zu den schöneren Zeiten. Anfang Juni war ich mit der Firma Abbott und einigen internationalen Diabetesbloggern in Stockholm. Dort erfuhren wir auch, dass die LibreLink App bald in Deutschland gelauncht werden sollte. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, die App zum Auslesen des Sensors des Freestyle Libres selbst auf Herz und Niee.. äääh Glukosezucker zu testen. Was ich sehr gelungen finde, aber wieso ich doch erstmal weiterhin hauptsächlich mit dem Lesegerät scannen werde, könnt ihr hier (Klick!) noch einmal nachlesen.

Apropos Sensor. Abgesehen von diesem klebt mir in der Regel nämlich noch ein anderes Pflaster am Körper und neuerdings auch öfter mal am Bein. Die Rede ist von meinem Pumpenkatheter. Als ich im Sommer diesen Jahres dann ein Foto bei Facebook postete, weil die nette Apothekerin mir aufgrund der warmen Temperaturen eine Kühltasche für mein Insulin gegeben hatte, erreichten mich wahnsinnig viele Fragen zum meinem Katheter und insbesondere der Tragestelle. Auf dem Foto hatte ich nämlich den Temparaturen entsprechend eine kurze Hose angehabt, die den Katheter deutlich sichtbar machte. Ich habe versucht eure ganzen Fragen in einem Post zu beantworten, den ihr hier (KLICK) noch einmal nachlesen könnt, wenn ihr demnächst auch mit diesem stylischen pinken, wenn auch medizinischen, Accesoire durch die Straßen laufen wollt.


Nachdem ich dann mit einigen Freunden ein paar Tage auf der holländischen Insel Texel verbrachte, war es eine ganz besondere Ehre für mich erstmalig als Referentin bei einem Diabetes-Schulungswochende zu sein. Ich war lange Zeit selber als Kind oft bei den Schulungswochenenden dabei gewesen. Umso mehr hatte ich mich gefreut an Ort und Stelle nun einmal selbst meine Erfahrungen an die Eltern von Kindern mit Diabetes weitergeben zu können. Was neben der Pubertät mit Diabetes noch Thema war, findet ihr in diesem Beitrag (Klick).

Bevor es dann in den Sommerurlaub nach Spanien gehen sollte, fand in München der EASD statt. Ein Kongress über Diabetes für Fachpublikum. Dabei lernten wir nicht nur ein neues CGM von Roche kennen, sondern waren auch beim Launch des neuen Contour Messgerätes von Ascensia dabei. Natürlich ging das alles nicht ohne ein (oder auch mehrere) entsprechende typische bayrische Getränke und entsprechende BEs in Form von Brezeln und Co.

Dann ging es noch einmal in den Urlaub auf das spanische Festland. Halbpension und insbesondere ein gut gefülltes Nachtischbuffet, sowie Churros mit geschmolzener Schokolade zum Frühstück, machten es mir und dem Diabetes nicht immer leicht. Aber so ist das nunmal im Urlaub!
Dass ich dank Sensor, Katheter und kurzer Kleidung grundsätzlich Anlass zum ein oder anderen Gespräch am Nebentisch wurde, machte mir wenig aus. Ich habe nunmal Diabetes und werde ganz sicher einen Teufel tun und meine Kleidung nach Versteckmöglichkeiten von besagten Zubehör auswählen. Nö.Nö.Nööööö!



Während die Sichtbarkeit von Katheter, Sensor und Co mir immer recht wenig ausgemacht hat, sieht das bei der Benutzung von Setzhilfen ganz anders aus. Deswegen beichtete ich Ende dieses Jahres auch, dass ich eine regelrechte Phobie gegen dieses eigentliche Hilfsmitel habe und bekam eine Menge Zuspruch. Also bin ich doch nicht so bekloppt, wie ich immer dachte und das Ganze scheint ein unter Diabetikern durchaus verbreitetes Problem zu sein...
Alleine bin ich außerdem nicht mit der Tatsache, dass ich manchmal meinen Blutzucker vor mir selbst verstecken möchte. Wieso ich das mache und wie das dann aussieht, findet ihr hier (Klick!).

Naja und damit wären wir dann auch schon fast wieder am Ende dieses Jahres. Die letzten Monate waren dabei vermutlich nicht nur für mich am anstrengendesten. Neben der oben erwähnten Entgleisung hatte ich nämlich auch noch mit der ein oder anderen nächtlich Diabetes bedingten Störung zutun. Das Ganze ging dann soweit, dass ich in der Nacht nach meinem 22 Geburtstag in Tränen ausbracht, weil ich den Diabetes einfach satt hatte. 
Nur gut, dass ich nicht sonderlich nachtragend bin und deswegen vermutlich auch die Ketongeschichte von oben, zumindest psychisch gesehen, glimpflich ausging.

Nicht unerwähnt möchte ich aber den diesjährigen Weltdiabetestag (wie immer der 14. November) lassen. Anlässlich dieses Tages wurde ich nämlich nach Köln zur sogenannten BlueMonumentChallenge eingeladen. Wie viele von euch sicher wissen, ist blau die Farbe des Diabetes. Und jedes Jahr werden am Diabetestag weltweit Gebäude blau angestrahlt. Diesmal sollte es die Hohenzollernbrücke in meiner Heimatsstadt sein. Wie beeindruckend es war live dabei zu sein, wenn der Knopf zum Start der Beleuchtung gedrückt wird, lässt sich schwer in Worte fassen. Seinen Zweck hat die blaue Brücke vor der Kölnerdom-Kulisse auf jeden Fall erfüllt. Am nächsten Tag fand dieses Ergeignis nämlich nahezu in jeder Zeitschrift und lokalen Fernsehshow Erwähnung.


Auch, wenn 2016 ein paar nicht ganz so schöne Tage hatte, die nicht selten auch durch den Diabetes bedingt waren, möchte ich trotzdem nicht den Kopf in den Sand stecken. Denn mit wenigen Ausnahmen war 2016 ein Jahr, dass ich in Erinnerung halten werde.
Und auch 2017 wird gut. Der nächste Urlaub ist bereits gebucht und nach der Abgabe meiner Bachelorarbeit geht es endlich wieder zurück in meine Heimat nach Köln! Auf in neue Abenteuer - mit dem Diabetes, mit diesem Blog, mit euch!

Bis es soweit ist führe ich aber erstmal fleißig weiter Tagebuch (es gibt wirklich NICHTS schlimmeres für mich) und hoffe doch sehr, dass wenn schon nicht der Weihnachtsmann, dann wenigstens der Osterhase mir ein Schreiben der Krankenkasse mit der Kostenübernahme für ein CGM bringen wird.

Vielen Dank für eure tolle Unterstützung, den tollen Austausch und die vielen lieben Nachrichten von euch! Ich wünsche euch eine erholsame Weihnachtszeit und einen hoffentlich weihnachtlich gestimmten Diabetes, der ebenso gerne Schokoladenweihnachtsmänner isst, wie ihr!



1 Kommentar

  1. Wenn man diese Fotos von einem Familienurlaub ansieht, versteht der alte Mann, wie schwierig es ist, eine Mutter zu sein. Ich habe schon lange verstanden, wie schwierig es ist, Kinder zu erziehen, ich habe meiner Frau immer geholfen und bin sehr stolz auf mich selbst. Einmal waren wir auf einer wunderschönen Reise https://poseidonexpeditions.com/de/. Solche Momente im Leben, ich mache eine Frau noch schöner und gib ihnen neue Kräfte für die Weiterbildung von Kindern.

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