FAQ - Katheter am Bein - geht das überhaupt?!


Ich habe eine neue Lieblingskatherstelle. Nachdem diese bereits mehrfach Staunen und Fragezeichen in den Gesichtern manch aufmerksamen Bloglesers zurückließ, möchte ich heute einmal für alle zugänglich die Fragen beantworten, die mich im Rahmen einiger geposteter Fotos die letzten Wochen auf diversen Wegen erreicht haben.
Zu allererst möchte ich sagen, dass ich mich riesig über all eure Nachrichten zu meiner neuen Katheterstelle gefreut habe. Trotzdem war ich auch etwas überrascht, dass soviele so verwundert über die Nadel in meinem Oberschenkel waren.
Naja wer es bis jetzt nicht geahnt hat, weiß es spätestens jetzt. Meine neue Lieblingskatheterstelle befindet sich abwechselnd an meinem linken und meinem rechten Oberschenkel! Und: Ich liebe es! Trotz der ein oder anderen Herausforderung!
Hier meine persönlichen Erfahrungen mit dieser Katheterstelle:

1. Wieso trägst du deinen Katheter am Bein?
Ich brauchte eine Alternative. Nachdem ich seit jeher meinen Katheter fast ausnahmslos am Bauch (ohne Verhärtungen zur Verwunderung meiner Diabetologen) getragen habe, wollen diese dort seit einigen Monaten partout nicht mehr halten. Meist schon nach wenigen Stunden löst sich das Pflaster. Auf dem Oberschenkel bin ich gekommen, weil ich mich an die kurze Zeit meiner Kindheit erinnerte, in der ich mit den Pens abends immer in den Oberschenkel gespritzt habe. Ich dachte mir, wenn das mit Pens geht, dann klappt das auch mit nem Katheter. Eine Portion Mut dazu und dann saß auch schon der erste Katheter auf meinem Oberschenkel. Dort klebt das Pflaster jetzt übrigens wieder bombenfest.

2. Welchen Katheter trägst du?
Ganz oft erreichte mich die Frage danach, wie der Katheter heißt, der da pink von meinem Bein her leuchtet. Ich trage eine Minimed 640G Pumpe und nutze die Mio Katheter. Bei den Mio-Kathetern ist die Setzhilfe integriert (eigentlich bin ich ja selbsternannte Setzhilfen-Phobikerin...). Es gibt die Mio-Katheter auch noch in weiteren Farben.

3. Tut das nicht weh am Bein?
Wie gesagt, ich bin selbsternannte Setzhilfen-Phobikerin. Ich denke schon lange bevor ich mich dem Knopf zum abdrücken auch nur nähere, dass es auf jedenfall weh tun wird. Am Ende bin ich in 95% der Fälle aber dann doch positiv überrascht, dass es (mal wieder) nicht wehgetan hat. Mein Tipp:  vorher wirklich schauen, wo am Oberschenkel der beste Platz für den Katheter ist und ggf. die Nadellänge abhängig von der Stelle an der der Katheter vorher saß, anzupassen.

4. Stört die Hose nicht? Reißt du dir den Katheter beim an- und ausziehen nicht raus? 
Zugegeben am Anfang war das wirklich ein Problem. Ich war es nicht gewohnt auf irgendetwas zu achten, wenn ich mir mal wieder ruckartig die Hose hochzog. Ganz beliebt war es am Anfang, dass ich am Katheter hängen blieb und ihn mir rausriss, wenn ich irgendwo unterwegs war und ausgerechnet keinen Ersatz dabei hatte. Aber es ist wie mit allem - man gewöhnt sich daran. Während ich irgendwann zwischenzeitlich dazu übergegangen war den Katheter zusätzlich zu befestigen, habe ich mich heute daran gewöhnt die Hose mit einer gewissen Rücksicht anzuziehen. Gut Ding will allerdings Weile haben. Bis ich soweit war, sind also schon einige Tage, aber auch Katheter vergegangen. Heute bleibe ich nicht mehr hängen.


5. Wirkt das Insulin da nicht anders? 
Bei meinen Schwankungen, die ich so oder so habe ist das echt nicht leicht zu sagen. Aber ich habe bisher nicht das Gefühl, dass es schlechter wirkt. Jeder sollte das für sich ausprobieren und seine eigenen Erfahrungen machen. Jeder Körper reagiert anders. Der Diabetologe oder die Diabetesberaterin helfen mit Sicherheit auch gerne.

6. Stört dich nicht, dass jeder im Sommer den Katheter sehen kann?
Ganz klar NEIN. Der eine hat Heuschnupfen, ich eben Diabetes. Ich verstecke mich nicht. Insbesondere wenn mein Katheter in tollem pink erstrahlt. Ich hätte es zwar eigentlich auch lieber, wenn die Leute mich direkt ansprechen würden als komisch zu gucken, aber kann mich vermutlich nicht davon freisprechen, dass ich nicht ähnlich neugierig daherschauen würde, wenn mir jemand mit einem Katheter am Bein entgegen käme und ich nicht selber betroffen wäre.

7. Wie machst du das im Sommer?
Wo man tatsächlich etwas aufpassen muss, ist diese Katheterstelle im Sommer. Gerade wenn man als Frau den Katheter am Bein sitzen hat und eine kurze Hose/Rock/Kleid trägt, kann ein Teil des Schlauches bzw. der Katheter selber sehr dem Sonnenlicht und damit Hitze ausgesetzt sein. Man sollte es einfach im Blick behalten. Das "Problem" an sich ist ja nicht neu. Immerhin besteht es ja auch, wenn ich Bauchfrei rumlaufe ;-)

8. Wo trägst du die Pumpe, wenn du den Katheter am Oberschenken hast?
Es kann sein, dass die Länge des Schlauches nicht mehr ausreicht, wenn man den Katheter an den Oberschenkel setzt. Bei mir ist das nicht der Fall. Fast Zentimeter genau reicht mein Schlauch, dass ich die Pumpe weiterhin am BH - meiner aktuellen Lieblingsstelle - tragen kann.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Post eure Fragen bezüglich meiner neuen Lieblingskatheterstelle beantworten konnte und vielleicht dem ein oder anderen die Angst nehmen konnte. Traut euch einfach mal! Und wenn ihr euch immernoch unsicher seid stehen euch sicher gerne auch euer Doc oder eure Diabetesberaterin zur Seite.
Habt ihr doch noch Fragen? Dann freue ich mich riesig, wenn ihr sie hier oder irgendwo anders auf meinen Social-Mediakanälen stellt.

Die nächste Woche wird in Sachen Diabetes sehr spannend. Das kommende Wochenende werde ich einen Vortrag auf einem Schulungswochenende halten und Montag bis Mittwoch geht es mit all den anderen Diabetesbloggern aus ganz Europa nach München zum #EASD. Es bleibt also spannend! :)

 



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