Mein Diabetesmoment 2015

Gab es 2015 einen Diabetes-Moment an den du dich besonders gern erinnerst, oder ein Ereignis welches du am liebsten vergessen würdest? Hast du etwas Tolles, Spannedes oder total Beknacktes erlebt mit deinem Diabetes? Teile deinen ganz persönlichen Diabetes-Moment 2015.

Ich könnte euch jetzt an dieser Stelle von geglückten Pumpenwechseln oder gar Pumpen die im Urlaub ihren Geist aufgaben erzählen. Aber das hatten wir alles schon. Natürlich waren auch das Momente die mein Jahr 2015 zu dem gemacht haben, wie ich es in Erinnerung behalten werde. Ich möchte euch heute aber lieber von einem Erlebnis der etwas anderen Art erzählen.

Es gibt diese Tage, da möchte ich einfach nur Sarah sein.
Für alle meine Bekannten und Nahestehenden bin ich auch nur das. Vielleicht mit dem kleinen Haken, dass Sarah sich ab und zu mal pieken muss, oder unkontrolliert während einer Unterzuckerung den Kühlschrank plündert. Aber alles in allem bin ich Sarah. Und dafür bin ich unfassbar dankbar.
Manchmal, gerade in fremder Umgebung mit vielen neuen Gesichtern ist es allerdings schwieriger einfach nur Sarah zu sein. Plötzlich ist da jemand, der sich pieksen muss, der plötzlich so ein Kästchen mit Schlauch aus der Hosentasche zieht und dazu noch komische Wörter wie Basalrate und Pen in den Raum schmeißt. Da ist sie also: Die spannende unbekannte Diabetikerin.

Ich verstehe die fragenden Gesichter, ich verstehe die Neugier und ich finde es auch richtig gut, wenn Leute auf mich zukommen und fragen was ich da warum tue. Aufklärung ist so wichtig. Und ich möchte dazu nicht nur durch meinen Blog beitragen.
Aber es gibt diese Tage, da mag ich das eben nicht. Nicht, weil ich alle die keine Ahnung von Diabetes haben für blöd und nervig halte, sondern einfach, weil auch ich manchmal etwas Abstand von den komischen Wörtern, dem Kästchen mit Schlauch aus der Hosentasche und langwierigen Erklärungen brauche.

So ein Abend war eben genau der, von dem ich euch jetzt erzählen möchte
Wir waren auf einem Geburtstag unbekannter Umgebung und vielen neuen Gesichtern eingeladen.
Und natürlich kam relativ schnell das eine zum anderen. Wo es Essen gibt, muss der Durchschnittsidiabetiker in aller Regel zur Nadel, oder in meinem Fall zur Pumpe greifen. Mit den darauf folgenden Reaktionen hätte ich allerdings wirklich nicht gerechnet.
Während ich also im Kopf noch BE's zusammen rechnete, hörte ich plötzlich eine Stimme direkt neben mir sagen: "Ist das der Katheter einer Insulinpumpe?". Da bemerkte ich, dass das T-Shirt etwas hochgerutscht war und der Katheter am Bauch zum Vorschein gekommen war.
Ich muss zugeben, ich war mehr als überrascht, dass dieses Mädchen nur anhand des Katheters erkannt hatte, was hier Sache war. Ich bejahte also.
Heraus kam, dass die Hälfte der im Raum Anwesenden Frauen gerade eine Ausbildung zur Krankenschwester machte und sie das Thema Diabetes erst neulich besprochen hatten.
Statt der typischen "Darfst du das denn überhaupt dann essen" und "Tut das nicht weh" Fragen, erwarteten mich interessierte Blicke und die Frage, ob sie nicht mal meinen Blutzucker messen dürfe, wenn ich das nächste mal müsste.
Mir gefiel die Rolle des medizinischen Versuchobjektes und die angehenden Krankenschwestern hatten echt Ahnung von was sie sprachen. Der Austausch auf diesem Niveau machte, trotz dass mir mittlerweile die Aufmerksamkeit des gesamten Raums galt, richtig Spaß.

Ich war Sarah. Sarah die Diabetikerin  und hatte zur Aufklärung beigetragen, ohne besagten lästigen Fragen begegnen zu müssen. Die "Diabetes 1x1  Aufklärung" inklusive die Beantwortung der typischen Fragen übernahmen nämlich nun meine neuen Bekannten, nachdem eine von ihnen dann tatsächlich stolz den Blutzucker ohne irgendwelche Berührungsängste gemessen hatte.

diabetes-blog-woche

Ein wirklich toller Moment, der mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist, obwohl der Geburtstag schon einige Monate zurück liegt. Ich habe mich richtig wohl und verstanden gefühlt, und das, obwohl es eigentlich einer dieser Tage war, an dem ich am allerliebsten einfach nur Sarah gewesen wäre.
Kleiner Moment - große Wirkung.

Aufkärung ist so wichtig
Auch wenn es immer die selben Fragen sind, hilft es jedes mal wenn wir sie beantworten. Denkt immer dran. Ihr wüsstet vermutlich auch nicht, ob man als Diabetiker das auch wirklich essen darf, würden eure Bauchspeicheldrüsen noch vorbildlich ihren Dienst leisten.



Keine Kommentare