Wieso eine Wäscheklammer meine Kindheit bereichert hat


Da sich auch mein Diabetes-Zubehör-Schrank leider bisher noch nie von selber aufgeräumt hat, bleibt diese lästige Aufgabe regelmäßig an mir hängen. Spannend wird es immer dann, wenn ich aus den Tiefen besagten Schrankes alte Kostbarkeiten hervor zauber.
Dieses mal sollte es sich um eine Wäscheklammer mit der Aufschrift "Klammer - Pumpi" handeln. Ich kann mich noch sehr gut an diesen Begleiter aus meiner Kindheit erinnern, den Papa extra für mich beschriftet hatte. Damit hatte es dann etwas offizielles und war natürlich noch cooler.

Auf Facebook hatte ich euch gefragt, was ihr denkt, welchen Zweck die Klammer erfüllen könnte. Eure Antworten waren  sehr kreativ und originell. Auch wenn die Richtige bisher noch nicht dabei war....

Jetzt will ich euch endlich verraten, was es mit der mysteriösen Klammer auf sich hat:
Die Wäscheklammer sollte mir mit meinen knapp 8/9 Jahren beim Spritzen bzw. Katheterwechsel am Bauch helfen. Nachdem ich anfangs jedes mal noch das halbe Haus auf der Suche nach jemandem der mir mein Shirt während des Wechselns hochhalten konnte, zusammen schrie, wollten wir eine endgültige Lösung für diese Herausforderung finden.
Schließlich brauchte klein-Sarah freie Bahn und freie Sicht auf ihren Bauch, damit der Katheter zielsicher platziert werden konnte.
Grund für das ganze Theater war vermutlich mein kindlich-unkoordiniertes-damaliges-Ich. Früh habe ich Dinge wie Katheterwechsel etc selber übernommen. Und damit es nicht an Kleinigkeiten, wie dem Imwegesein eines Oberteils scheitert, entwarfen wir die Pumpi-Klammer. Diese ermöglichte es mir ab dann tatsächlich komplett eigenständig meinen Katheter zu wechseln.

Meine mittlerweile vorhandene Koordination und Erfahrung haben dafür gesorgt, dass die Pumpi-Klammer die letzten Jahre im Schrank verstauben konnte (Ok, zugegeben: Vielleicht liegt es auch an meinen figurbetonteren Oberteilen...)
Aber damals war es mir eine riesen Hilfe, mit der Klammer mein Oberteil am Kragen befestigen zu können. Ich weiß noch heute wie stolz ich auf unsere eigens entwickelte Klammer war! Ich redete mir ein wir wären richtige Erfinder, die den Diabetesalltag revolutioniert hätten...

Heute ist all das nötige Spektakel um den Diabetes für mich selbstverständlich. Damals allerdings, mit meinen ca. 8-9 Jahren, stellten Dinge, wie ein Oberteil, das im Weg war, eine scheinbar unüberwindbare Herausforderung dar.
Umso mehr, möchte ich rückblickend auf meine Kindheit, allen jungen Typ 1 Diabetikern meinen Respekt für das was sie tagtäglich selber managen aussprechen. Manchmal sind es nämlich auch ganz kleine Dinge, die einen komplett aus der Bahn werfen können und die es zu managen gilt. Wenn nur jedes dieser Probleme einzig und alleine mit einer Wäscheklammer zu lösen wäre, ...

Habt ihr vielleicht auch kleine Alltags-Helfer, wie ich es damals hatte? Ob es nun eine Wäscheklammer oder Kaugummiverpackung ist - ich bin gespannt von euch zu hören.

Eure








1 Kommentar

  1. Finde das dein Papa eine mega schöne Handschrift hat oder hat er sich extra für dieses besondere Stück Mühe gegeben? Ich gebe dir außerdem Recht. Hab meinen Diabetes erst mit 20 bekommen und kann mir meine Kindheit und Pubertät nicht damit vorstellen! Also Respekt an alle Kinder.

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