Auch (m)eine Pumpe möchte im Urlaub mal abschalten...

Sommer, Sonne, Strand und Meer. All das sollte die Türkei uns bieten. Einfach ein paar Tage abschalten. Genau das, was ich nach meinen Prüfungen gebraucht habe. Dass es am Ende allerdings meine Pumpe sein sollte, die wortwörtlich abschaltete, konnte zu diesem Zeitpunkt niemand ahnen.

Vier Tage vor Abflug haben wir dann also tatsächlich spontan gebucht. 
Darüber, dass es so kurzfristig schwierig werden könnte eine Leihpumpe für den Urlaub zu beantragen, hatte ich mir bis dato keine Gedanken gemacht.
Was war das damals alles noch einfach als sich um soetwas meine Eltern gekümmert haben und klein-Sarah unbesorgt ohne sich über irgendetwas Gedanken machen zu müssen einfach in den Flieger steigen konnte...

Da mein Pumpenhersteller Leihpumpen zur Verfügung stellt, man diese jedoch einige Wochen vorher beantragen muss, schätzte ich meine Chancen angesichts meines Last-Minute-Urlaubs eher schlecht ein. 
Da ich schon ein etwas mulmiges Gefühl hatte, entschloss ich mich trotzdem (vielleicht war es mein Bauchgefühl) bei meinem Diabetesonlineversandhandel einmal freundlich nach einer Ersatzpumpe für den Zeitraum meines Urlaubs nachzufragen, da ich gehört hatte, dass diese den Leihpumpen- Service wohl auch anbieten. 
Und siehe da, ... ich hatte Glück und zufällig hatten sie noch eine für mich vor Ort. Normalerweise haben auch sie so kurzfristig keine Pumpen mehr. Aber wie sagt man so schön? Versuch macht Klug. Und in diesem Fall sollte dieser Versuch meinen Urlaub retten...

Die ersten Tage verliefen problemlos und auch weitesgehend Pumpenfrei. Um das Insulin nicht zu sehr der Hitze auszusetzen und auch, weil ich doch keine wirkliche Ruhe finden kann, wenn die Pumpe während des Plantschens alleine am Strand liegt, übernahm die Pumpen-Aufgaben ausser zum Essen und am Abend, in der Regel mein Pen. 
Trotzdem outete ich mich in den ersten Tagen als "die Andere". Nicht nur einmal kamen sowohl Personal als auch Gäste auf mich zu um mein verkabeltes und scheinbar eher einem Roboter gleichendes-Ich über die ganzen Pflaster, bei denen es sich einmal um einen Sensor des FGMs handelte und einmal um meinen Katheter, auszufragen. 
Ich habe gerne geantwortet. Denn lieber versuche ich (dank Sprachbarrieren im Zweifel auch mit Händen und Füssen) jemandem zu erklären, was ich dort habe, als dass heimlich getuschelt und wild spekuliert wird.

Bei einem ganztägigem Jeep-Safari-Ausflug sollte es dann soweit sein. Es ging mit den Jeeps und in typisch türkischer Fahrweise rein ins Gebirge und streckenweise runter von den Strassen ins off-Road. Ein heiden Spass für Klein und Gross. 
Nur eine wollte mir nicht gönnen, dass ich die ganzen letzten Tage entspannen und abschalteten konnte. Und das war meine Pumpe. 
Zum denkbar schlechtestem Zeitpunkt - nach 5 Stunden Jeep-Fahrt ins Gebirge, weit weg von Zivilisation - entschied meine Pumpe, dass jetzt wohl der richtige Zeitpunkt wäre, dass auch sie mal an der Reihe ist "abzuschalten". Und zwar mit dem alles vernichtenden Alarm: Tastenfehler

Wer eine Veo- Pumpe hat weiss, dass dieser Alarm in der Regel das Todesurteil einer jeden Pumpe ist.  
Während ich die 7 Tage Türkei Urlaub also nutzen wollte um temporär wieder etwas Energie zu tanken, entschied sich meine heissgeliebte Pumpe dazu, genau das Gegenteil zu tun.
Als hätte ich es geahnt, hatte ich morgens (in weiser Voraussicht?) glücklicherweise Pen und auszureichend Wechselsachen eingepackt. Der Schock saß trotz allem tief. 
Dass eine Leihpumpe sicher im Hotelsafe auf ihren Einsatz wartete war schön und gut, jedoch braucht man sowas trotzdem wirklich nicht im Auslandsurlaub! 
Vorallem weil ich schnell feststellen musste, dass ich durch die Kurzfristigkeit der Reise und vermutlich auch durch etwas Naivität ("Ach wieso sollte die Pumpe ausgerechnet in den 7 Tagen jetzt den Geist aufgeben...?!) vergessen hatte, mir meine Faktoren und Basalrate noch einmal extern mitzunehmen...
Dank moderner Technik liess sich allerdings auch das gott sein Dank schnell lösen. 

Erst als wir dann endgültig zurück im Hotel waren und ich die Leihpumpe in den Händen hielt, wurde ich langsam ruhiger.

Noch Tage später ging mir immer nur ein Gedanke durch den Kopf: Überleg einmal, was gewesen wäre, wenn du keine Leihpumpe mehr bekommen hättest...
(Klar, auch dass hätten wir irgendwie lösen können / müssen...)

So gesehen, bin ich nun also mit einem blauen Auge davon gekommen und habe den Urlaub in vollen Zügen, trotz dieses kleinen Ausrutschers genossen.

Die grosse Organisiererei geht allerdings erst jetzt - zurück zuhause - richtig los. Wie ich nämlich schnell erfahren sollte, ist meine Pumpe (Veo) aus der Garantiezeit raus. 
Einerseits freue ich mich jetzt riesig, verkünden zu dürfen, bald stolze Trägerin der neuen 640G (hoffentlich in Pink!) zu werden, andererseits bete ich noch jeden Abend heimlich kurz, dass alles mit der Folgeverordnung reibungslos über die Bühne geht. Denn diese Verordnung wird die erste nach meiner Volljährigkeit werden. Also bitte alle Daumen die ihr auftreiben könnt einmal kurz für mich drücken.

Vom Thema Pumpe habe ich aber jetzt wirklich vorerst wieder die Nase voll!
Auf sie verzichten möchte ich jedoch keinesfalls, das hat mir das Ereignis nochmals gezeigt. Nichtmal einen halben Tag im Urlaub, möchte ich auf dass verzichten, was mich zum Diabetiker macht, der ich heute bin.

Habt ihr Erfahrung mit Leihpumpen bei Last-Minute-Reisen? Oder ist euch sogar schon einmal Ähnliches passiert? Wie hättet ihr reagiert?
Ich bin gespannt von euren Erfahrungen zu hören.

Ich halte euch auf dem laufenden. Allerdings hoffe ich, dass es in Bezug auf die Pumpe erstmal nichts spannendes mehr zu erzählen gibt ;-)

Erholte Grüße







Kommentare

  1. Hey, bin gerade auf deinen Blogeintrag gestoßen, nachdem ich mich gefragt habe wie ich als frisch gebackener Pumper meine Ersatz-Zeug-Tasche umorganisiere und was ich alles neues mitnehmen, oder zu Hause lassen kann, wenn ich mal wieder in die Berge ziehe, da wo kein Bote binnen 8h eine Ersatzpumpe bringt, wofür man aber auch nicht mal eben eine Ersatzpumpe mit bekommt. Ganz zu schweigen vom schrecklichen Packmaß der eingeschweißten Katheter. Hast du dafür eine Lösung? Umverpacken ist zwecks sterilität wohl keine gute Idee...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Max, grundsäzlich empfiehlt es sich natürlich auch als Pumper für den fall der Fälle eine. Pen o.ä. dabei zu haben. Wirs solltest du keine Ersatzpumpe bekommen? Ich muss dazu immer einfach beim Hersteller anrufen und sage denen dass ich verreise. Sie fragen in der regel nicht mal wohin es geht, sondern nur wie lange ich unterwegs bin. Also gerade mit deiner Argumentation, wieso solltest du keine Urlaubspumpe bekommen? Wiean den ganzen Kram möglichst Platzsparend verpackt?...Keine Ahnung. Ich suche da auch noch mach der perfekten Lösung. Also sag bescheid, wenn du einen Weg gefunden hast :D Danke für deinen Kommentar. Du kannst mir auch gerne eine Mail an dia-beat-this@gmx.de schicken. Liebe Grüße
      Sarah :)

      Löschen
  2. Sonnenaufgang Sonnenuntergang, Schönheit der Natur! Ich ging mit meinem Freund zur Expedition nach Norden. Die Pinguine begrüßten mich bei der Hand, die Bären lächelten mit ihren Reißzähnen, und ich spürte die volle Kraft des Eisbrechers, als wir durch das Eis gingen. Hast du die Nordlichter gesehen? Gott, es war unvergesslich! Ich habe hier eine Reise gebucht https://poseidonexpeditions.com/de/antarktis/. Wenn die Sonne müde wird und eine kleine Erfrischung im Norden will, glaube solche Schönheit, da es keinen Strand gibt!Das Schiff hat schöne Hütten, mit einem schicken Restaurant und einem Blick auf das Meer. Fantastisch!

    AntwortenLöschen