Eigenartiger Diabetes


Hallo ihr Lieben. Ein aufregendes langes Oster-Wochenende liegt nun hinter mir. Zuallererst hoffe ich natürlich, dass ihr ein schönes Osterfest hattet und alle auch noch so gut versteckten Eier gefunden (und zeitnah vernascht) werden konnten.


Wir haben das Wochenende im Osten Deutschlands verbracht. Genauer gesagt in einer anfang 1900 gebauten und heute verlassenen Kinder-Lungenklinik mitten im Wald, die auch hervorragend als Horrorfilm-Schauplatz dienen könnte.


Dort hatte ich Zeit und Lust den Diabetes nocheinmal bezüglich Angewohnheiten und Besonderheiten Revue passieren zu lassen und dabei auch das ein oder andere Neue von Aussenstehenden gelernt.

Seltsame Angewohnheiten
Bevor ich messe habe ich mir scheinbar unbewusst angewöhnt die Dose mit Teststreifen immer einmal zu schütteln. Selber habe ich dieses Verhalten erst gemerkt, als mich ein paar Leute darauf angesprochen haben, ob dieses Schütteln einen tieferen Sinn habe. Hat es einen?
Ich könnte mir vorstellen, dass ich es in meiner Diabetes-Anfangsphase begonnen habe um immer anhand des Klackern aus der Dose zu erkennen, wie viele Teststreifen noch vorhanden sind. Heute ist der Griff zu besagter Dose ein lang einstudierter und routinierter Handgriff, sodass ich weder etwas über Herkunft noch über den tieferen Siinn sagen kann...

Wackelige Beine, Unterzucker und andere Phrasen
Jeder hat doch sicher irgendeine Formulierung, die er immer wieder nutzt, wenn der Blutzucker auf Abwegen ist. Alle die mich kennen, wissen also ganz genau, ohne dass das Wort Unterzuckerung fällt, was gemeint ist, wenn ich: Ich bin zittrig sage.
Einzig und alleine weniger Involvierte bekommen an dieser Stelle bei einem entsprechenden verwirrten Blick Schlagwörter a la: Unterzuckerung, Blutzucker, muss was essen... zugeworfen.

Insulin und Plastik haben einige Gemeinsamkeiten
 Insulin riecht nach geschmolzenen Plastik! Das hatte ich bisher auch noch nicht gehört. Als wir jedoch das Wochenende schwimmen waren und ich mir zum Essen mit dem Pen kurz etwas spritzte, verzog jemand der grade erst zum Tisch dazugestossen war ein wenig angeekelt das Gesicht und schaute sich suchend um. Hier riecht es nach angekokeltem Plastik!
Insulin riecht nicht angenehm, keine Frage. Da ich nichts Plastikähnliches roch schaltete ich also schnell und hielt zum Test meinen Sitznachbarn den Pen unter die Nase. Und siehe da. Vermeintliches Plastik stellte sich als Insulin raus. Oha, war mir auch neu.

Über die Anhänglichkeit von Teststreifen
Messen und Teststreifen wegschmeissen - ein Widerspruch in sich. Bei mir landen die Dinger so lange in der Tasche meines Messgerätes bis diese nicht mehr zu geht. Basta!

Das alte leidige Thema...
Osterfeuer? Diese Tradition kannte ich bis vor 2 Jahren noch gar nicht. Dabei ist dieses Spektakel für mich als chronische-Frostbeule genau das Richtige. Dazu noch ein bisschen Stockbrot oder wie in diesem Fall Marschmallows und ein kalter Abend an dem sogar ein paar Flocken fallen, kann richtig gemütlich werden.
Wäre da nicht diese Unterhaltung zwei Reihen hinter dir, mit der du eigentlich nichts direkt zutun hast, die dich aber trotzdem zur Weissglut bringt.  "Möchtest du Marschmallows?" - Person greift zu und antwortet: "Das gibt bestimmt Diabetes!" Ich weiss, solche Kommentare kommen von zu wenig oder falscher Aufklärung. Aber es gibt Momente, wo ich mir einfach wünschen würde, wenn man keine Ahnung hat einfach mal.... Nach diesem Kommentar und einiges Tagen wo der Diabetes und ich eh nicht die besten Freunde waren (ich hätte das Thema Diabetes selber gerne grade einfach einmal vergessen), hatte ich keine Lust mehr grosse Aufklärungsarbeit zu leisten. Es gibt Tage, wo ich mit solchen Kommentaren weder umgehen mag noch kann. Dann werde ich zickig und fange an vielleicht auch ein wenig zu laut mich einfach drüber aufzuregen. Angesichts eines Bluzucker-Katastrophen-Wochenendes fand ich diese Reaktion (wenn auch nicht sonderlich nett) akzeptabel. Wer weiss, vielleicht hatten sie es ja auch nur als Witz gemeint... Trotz Bauchspeicheldrüsen-zerstörender-Marschmallows und Blutzuckerwerten die partout nicht wollten was ich wollte, war es ein spannendes und tolles Wochenende.  Jetzt würde ich gerne von euch wissen? Was sagt ihr bei einer Unterzuckerung? Habt ihr euch irgendetwas mit dem Einzug des Diabetesmonsters angewöhnt? Ich freue mich von euch zu hören




Kommentare

  1. Und ich dachte immer, dass ich allein bin mit Dose schütteln und Teststreifen "sammeln".......großartig dein Blog wie immer!

    AntwortenLöschen
  2. Eine Freundin von mir findet, dass Insulin nach frischem Apfel riecht. Hab ich bisher auch noch nie gehört :)

    AntwortenLöschen
  3. Achja die Teststreifen, überall fahren die rum, nur nicht im Müll ;-)

    AntwortenLöschen
  4. Das mit dem Dose schütteln mache ich auch recht häufig... laut meinem Freund zumindest der gerade mitgelesen hat. =) Bei Unterzuckerungen sage ich immer "Mir tun die Beine weh", weil ich dann immer so ein seltsam unangenehmes Gefühl in den Beinen habe... und für die Teststreifen habe ich in meiner selbstgenähten Messgerättasche ein extra Fach, das aus Wachsstoff ist... so muss ich die nicht sooooo oft ausleeren^^
    Dein Blog ist echt super und es macht viel Spaß hier zu lesen. Liebe Grüße, Toni (von Zuckerbuntesleben ;) )

    AntwortenLöschen