Ein Märchen

19. März 2015 |

Es war einmal in einem weitentfernten Land eine wunderschöne Prinzessin. Zusammen mir ihrem Vater und ihrer bösen Stiefmutter bewohnten Sie den Königspalast.
Der Vater der Prinzessin war mit dem Verschwinden seiner ersten Frau alt und gebrechlich geworden, sodass es für die böse Stiefmutter ein leichtes war, die Macht über das Land an sich zu reissen.
Niemand mochte sie, und niemand konnte etwas gegen sie tun.
Am wenigsten aber, so erzählte man sich, konnte die böse Stiefmutter die Prinzessin ausstehen.Wegen ihrer Schönheit und Vollkommenheit beneidete sie das junge Fräulein.

Eines Tages wurde ihr Neid so gross, dass sie den Anblick der vollkommenen Prinzessin nicht mehr ertragen konnte. Sie machte sich schwarze Magie zu eigen und verfluchte die Prinzessin.

So ergab es sich, dass es der Prinzessin von Tag zu Tag immer schlechter ging. Sie wurde schwächer und dürrer. Ihre Tage verbrachte sie bei den Bediensteten in der Küche, wo sie nahezu pausenlos Wasser trank.
Der Vater war krank vor Sorgen um seine Tochter, während die Stiefmutter ihren Triumph immer mehr mit dem schwächer werden der Prinzessin feierte.
Das ganze Volk litt mit dem Palast.
Mit letzter Kraft liess der Vater Mediziner aus allerlei Ländern anreisen. Doch niemand konnte der Prinzessin Genesung bringen.

Eines Tages dann, als die Hoffnung bereits verloren schien und die Stiefmutter sich ihrer sicher war, begab es sich, dass ein junger Mann an das Hoftor klopfte. Niemand kannte ihn. Er seie da um der Prinzessin zu helfen.
Man gewährte ihm Einlass.
Er mussterte die mittlerweile komplett erschöpfte Prinzessin und schien sich seiner Sache dabei sehr sicher.
Dann kramte er aus seiner Ledertasche eine Spritze und gab sie ihr.

Von diesem Tag an konnte man zusehen, wie es der Prinzessin von Tag zu Tag immer besser ging. Die Wut der Stiefmutter über diese Tatsache blieb auch dem König nicht verborgen, welcher diese dann kurzerhand aus dem Schloss verbante.

Der Vater war so glücklich über die Genesung seiner Tochter, dass er dem Fremden ihre Hand versprach.
Er hatte beobachtet, dass für die Gesundheit seiner Tochter nur garantiert werden kann, wenn der Fremde bei ihr blieb.
Denn verflucht war die Prinzessin immer noch. Heilen konnte nicht einmal der Fremde sie. Aber er machte, dass es ihr besser ging, mit seinen Spritzen und seiner Anwesenheit.

Und so begab es sich, an einem wunderschönen Sonnentag, dass aus der Prinzessin und dem Fremden Prinz und Prinzessin Banting wurden.







(P.S. Frederick Banting war der Entdecker des Insulins...)

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