10 Arten von Diabetikern




Im kölschen Grundgesetzt verewigt steht: Jeder Jeck ist anders. Zu verstehen ist das für die Nicht-Rheinländer unter uns so, dass jeder seine Macken, Stärken, Schwächen und Eigenarten hat. Niemand ist perfekt. Was uns doch alle wieder ein bisschen perfekt macht, oder?...
Ok, schluss mit dem philosophieren und zum eigentlichen Anlass dieses Posts, den mir besagtes kölsches Sprichtwort gegeben hat.
Nicht nur jeder Jeck ist anders, sondern auch jeder Diabetiker.
Und mit ein paar Arten von Diabetikern möchte ich euch heute einmal vertraut machen.

1. Den, den niemand kennt
Auf seine Existenz lassen einzig und alleine, die überall verteilten Teststreifen auf dem Boden schliessen. Gesehen hat ihn noch niemand, aber die Blutzuckerteststreifen sprechen ihre eigene Sprache. Pumpe, Sensor und Messgerät sind bei dieser Art Diabetiker allzeit gut versteckt.

2. Der Perfektionist
Jeder Wert ist fein säuberlich ins Tagebuch eingetragen, jeder Nüchternblutzucker im Optimalbereich. Bei der Quartalsuntersuchung weiß diese Art von Diabetiker auf jede Frage, wieso an Tag XY der Wert nicht gut war, eine Antwort.




3. Der Retro-Diabetiker
Der Retro-Diabetiker ist die Art Diabetiker, die sich in Zeiten von Tagebuchapps, NFC-Messgeräten und Co doch lieber auf das handschriftliche Dokumentieren von Daten verlässt, und auch sonst eher ein Gewohnheitstier ist. Ganz nach dem Motto: Never change a running system verlässt der Retro-Diabetiker sich auf Altbewährtes.

4. Der Social-Media-Diabtetiker
Ob Erfolg, oder Misserfolg. Die Welt muss es wissen.Ohne den #Diabetes läuft hier gar nichts! (Mich findet ihr übrigens auf Instagram unter @dia_beat_this.de)


5. Der Senior-Diabetiker
Als Senior Diabetiker bezeichnet man einen Diabetiker, der schon jahrelang im Geschäft mit dem Diabetesmonster ist. Der allltägliche Kampf mit Hypos und Hypers ist zur Routine geworden. Essen abwiegen und andere Dinge, die in sämtlichen Schulungen immer gepredigt wurden, werden bei dieser Art von Diabetikern gerne auch mal ein bisschen vernachlässigt. Die Macht der Gewohnheit...

6. Der Frischling
Auch: Der "ich-war-gestern-abend-noch-im-Krankenhaus-bei-mir-wurde-Diabetes-diagnostiziert-Diabetiker".
Alles ist neu, kompliziert und blöd. Ist klar, keiner findet es schön von heute auf morgen Spritzen zu müssen. Es stehen noch sooo viele Fragen im Raum und von Alltag ist noch längst keine Rede.
Abhilfe kann sich in verschiedenen Social-Media-Platformen geschaffen werden, was uns wieder zu Punkt 4 führen würde.

7. Der Besserwisser
Achtung: Hierbei handelt es sich um keinen Selbst-Betroffenen, sondern um einen Aussenstehenden, der mit seinen neun-mal-klugen-Kommentaren gerne den Anschein macht, als wäre er es, der sich täglich Insulin zuführen müsse, und dabei teilweise sogar mit gefährlichem Halbwissen um sich schmeisst.

8. Der, bei dem die Krankekasse nicht ans Telefon gehen mag
Leider sehen viele Krankenkassen bei einigen Diabetikerzubehör noch nicht die selbe Notwendigkeit wie wir. Und das einzige was sie im Zweifelsfall und Ausnahmefall noch umstimmen kann ist Hartnäckigkeit, die manchmal wohl dazu führen kann, dass der Sachbearbeiter beim Annehmen des Telefonats regelmässig Schweißausbrüche hat.
Aber: Nicht unterkriegen lassen!

9. Der, bei dem der Diabetes der einzige Übeltäter ist
"Ich bin erkältet, das liegt sicher auch am Diabetes, genau wie mein Fusspilz..."
Es ist immer leichter wenn man einen Sündenbock hat. Diese Art von Diabetiker scheint mit ihrem Handicap noch nicht im Reinen zu sein. Es wird höchste Zeit sich aufzuraffen und mit dem Diabetes als Team zu arbeiten, statt ihn als dauernden Feind zu betrachen, der für alles Übel verantwortlich ist,
Fürs schlechte Wetter kann der Diabetes im Übrigen meinstens auch nichts ;-)

10. Der, der an Zaubertränke glaubt
Seien es seltsame grüne Smoothies oder andere Naturgemische, die auf seltsame Weise den Diabetes heilen sollen. Diese Art von Diabetiker macht weder vor ihnen, noch vor Steinen oder anderem Hexenwerk halt, die unsere Bauchspeicheldrüse wieder auf Trab bringen sollen.


Jeder Diabetiker ist anders. Anders Jeck, wie die Kölschen zu sagen pflegen. So lange das ganze nicht auf Kosten der Gesundheit geht, ist auch jede dieser Arten vertretbar...
Ich bin gespannt. Welche Art/Arten seid ihr ?


Und bis bald





Kommentare

  1. Hey Sarah,
    ich hab im Diabetesjournal von Deinem Blog gehört! Danke - DU hast mir mit deinen Beiträgen soeben schon n dickes Schmunzeln auf die Lippen gezaubert! Weiter So finde toll, dass Du das hier machst!

    LG aus Köln

    Martin

    Ps: für Satzbau-, Rechtschreib-, Grammatikfehler ist einzig und allein mein Diabetes verantwortlich!

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  2. Ernesto Typ Eins (Tino)9. August 2017 um 10:16

    Hi, leider kann ich mich in keine deine "Untergruppen" einordnen. warum muss man denn das auch so durchkauen, sehe ich keine wirkliche Notwendigkeit. Der Diabetes ist da. Du musst mit ihm leben. Und fertig. Mich z.B. hat der Diabetes Stark gemacht. Wird den wenigsten so gehen, Selbstbewusstsein durch eine Krankheit. mh. Jetzt fange ich auch schon an, mich in irgend einer Gruppe zu sehen, will ich doch nicht. Achja ich quatsche auch recht gern über die Krankheit. Aber dies nur mal so am Rande. Habe keine Geduld so viel zu schreiben usw.

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  3. Diabetes Typ 11
    Der Typ, der den Diabetes einfach verdrängt. Zwar verzichtet er auf Zucker und kohlehydrate, nimmt brav seine Medikamente und Langzeitspritzen, aber vergisst wochenlang sich zu pieksen. Langzeitdiabetes im grünen Bereich, das reicht.

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